Atemlos durch die Nacht mit meinem Kater

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Schlafen find ich super – am liebsten liege ich dabei auf der linken Seite. Jeder hat da seine ganz eigenen Präferenzen: der eine tut´s auf dem Bauch, der andere ist Rückenträumer, der dritte liebt die stabile Seitenlage. Mein Kater, zum Beispiel, liegt am liebsten auf dem Gesicht. Nicht auf seinem, sondern auf meinem.

Bei uns läuft beinahe jede Nacht gleich ab: Ich switche gerade von einer Tiefschlafphase zur nächsten, wenn das Bett unter einer leichten Erschütterung erbebt. Kein Problem, ich baue die Eruption in meinen Traum ein und komme frühestens dann aktiv zu Bewusstsein, wenn sich erst einzelne Schnurrhaare in meine Ohren bohren und dann eine nasskalte Nase die meine berührt. So charmant ich diesen Eskimokuss finde, ich würde ihn bei Tageslicht bevorzugen. Ich öffne mein rechtes Auge einen winzigen Spalt und hoffe, dass diese Aktion unentdeckt bleibt. Nix da. Mein Kater Alfie fängt in dem Moment an zu schnurren, da sich mein Lid nur einen Millimeter hebt. Ich weiß was das heißt: Ich bin aufgeflogen. Schnell presse ich die Augen zusammen, drehe mich auf die andere Seite und tue so, als wäre nichts gewesen. Ich stelle mich tot und harre der Dinge. Die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht hat Alfie den Wink verstanden. Hat er nicht.

Kleine Pfoten balancieren über meinen Rücken, meine Schultern, meinen Hals und finden den Absprung direkt von der Stirn, haarscharf vor meine Nase. Innerlich stöhne ich auf. Als hätte er es gehört, kommentiert Alfie es mit einem vorwurfsvollen „Miau“. Ich biete ihm meine Ellenbogenkuhle als Schlafplatz, was er nach einiger Bedenkzeit gnädig annimmt. Er stolziert in die kuschelige Ecke, schnorrt Wärme und schnurrt. „Krise überstanden.“ denke ich und schlafe wieder ein.

Es wird hell, die Nacht war, aus bekannten Gründen, kurz und ich versuche noch ein wenig weiter zu träumen. Läuft eher so semi, denn ich kann vielleicht das penetrant-stoische Weckerklingeln ignorieren, aber nicht das Fellknäuel, dass jetzt auf meinem Gesicht permanent versucht, eine adäquate Schlafposition zu finden. Denn, wenn ich in der Dämmerung erneut ein leichtes Kitzeln im Gesicht spüre, ist es auch diesmal selten die erträumte, karibische Brise, die sich da um meine Nase legt, sondern im Normalfall ein 2 Kilo schwerer Minipuma, der des nachts auch meiner Armbeuge müde wurde. „Atemlos durch die Nacht“ bekommt bei mir eine völlig neue Bedeutung, denn nicht selten schrecke ich, mit von Atemnot ausgelöster Todesangst, aus dem Schlaf. Ist Alfie aber egal, Hauptsache er kann sich mal so richtig entspannt ausstrecken.

Jeden Morgen hoffe ich, dass er sich gnädigigerweise nur über meine Augen drapiert, mir die Schlafmaske mimt und die Nase dabei verschont, damit wir beide was davon haben. Das ist aber meist nicht der Fall. Während ich versuche mich mit Mundatmung am Leben zu erhalten, tanzt er mir schon am Morgen auf der Nase herum. Ich resigniere, schließlich snoozed der Wecker schon zum dritten Mal, schiebe ihn unter Protest von meinem Gesicht und schwinge mich auf. Der Spot ist hot, das Kissen ganz seines. „Müsste ihm doch eigentlich gefallen“, denke ich. Aber er scheint nur darauf gewartet zu haben, dass ich mich endlich aus dem Bett rolle. Er galoppiert hinter mir zur Küche und schreit mich nach Futter an. „Hach, schön, dass es dich gibt“, knurre ich. „Du kleine Ratte! Du kleine, süße Ratte!“

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