Die 4 Steps des Bett-Roulettes

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Hach, manchmal wünsche ich mir, ich könnte einfach umziehen und nochmal alles neu einrichten. Oder einfach 3 Wohnungen haben, um nach Lust und Laune rumzuwerkeln, zu streichen oder einfach mal woanders zu schlafen. Wer die Mietsituation in Berlin kennt, der weiß, dass das maximal unwahrscheinliches Gedankengut ist. Also hilft nur eins: Innerhalb der Wohnung umziehen. Längst vergessen sind die Rückschmerzen, vom letzten Umräum-Theater und es ist abgemacht: Heute wache ich woanders auf. Und zwar im Wohnzimmer. Jetzt hat man am besten einen Freund mit Nerven wie Drahtseilen, mindestens zwei Räume und ein Bett zur Hand und schon geht es los. Es folgen die 4 Steps des Bett-Rouletts.

Unser Wohnzimmer vor dem Bett-Umzug

Step 1 – Überzeugen

Ist der Wunschraum erstmal auserkoren, ist es eigentlich wie immer. Ich kenne weder Halten noch Geduld und bevor mein Freund auch nur blinzeln kann, steht sein Lieblings-Playstation-Sitz schon im anderen Zimmer. Förmlich unter dem Hintern weggerissen ist er nun umbestuhlt, doch glücklicherweise mit dem Gemüt eines Pferdes gesegnet. Er seufzt kurz und packt schließlich mit an. Was soll er auch sonst machen? Bei dieser ausgereiften Überzeugungstechnik ist Widerstand zwecklos.

Step 2 – Visionieren und Schleppen

Bei uns werden keine kleinen Brötchen gebacken. Wenn ich woanders aufwachen will, dann natürlich da, wo es am schönsten ist. Also ist beschlossen: das Wohnzimmer wird die neue Kajüte. Die Frage der Praktikabilität stellt sich mir leider nicht. Hauptsache es sieht schön aus. Der Kleinkram hat die Seiten schon gewechselt, der Teppich ist anderweitig verstaut, jetzt gehört auch das Sofa verschleppt. Erste Müdigkeitserscheinungen bleiben da nicht aus… Zu zweit zerren wir Couch und Co ins Gästezimmer, schwitzen und fluchen, während ich schon von der Deko in unserem neuen Schlafdomizil schwelge. Mein Liebster träumt vom Playstation im Bett zocken. Prioritäten setzen können wir.

Step 3 – Gemütlich machen

Der Akkuschrauber ist noch heiß, da habe ich der ersten Pflanze schon ein neues Zuhause gegeben. Hier die Lampe, da noch drei Bücher drapiert. Es dauert gefühlt 15 Minuten und das neue Schlafzimmer sieht aus, als hätten wir nie woanders gepennt. Ich brauche kurz um mich in meiner eigenen Wohnung heimisch zu fühlen und als wären wir wirklich woanders hingezogen, spüre ich diese kleine Aufregung vom Neuen. Verrückt, was ein anderer Raum mit den altbekannten Möbeln macht. Oder andersherum. Egal was es ist, ich zücke mein Buch, mache es mir gemütlich und finde es fantastisch.

Step 4 – Zurück auf Los

Wir haben unsere neue Koje zur absoluten Wohlfühl-Oase gemacht. Die Playstation summt, der Kater schnurrt, die Pizza im Bett ist bestellt. Es könnte alles so schön sein, würde mich nicht dieser leere Raum, der mal unser Schlafzimmer war, von rechts so scheinbar vorwurfsvoll anstarren. Richtig nackig sieht er aus, nur mit Gardinen und Echo zurückgelassen. Dass das Sofa da nicht reinpasst, ist mir leider zu spät aufgefallen. Alles Drehen, Wenden, Quetschen hat leider nix geholfen. Die Schuld brennt mir auf der Seele, wenn ich an unser Gästezimmer, aka Sofalager, denke und das grandiose Chaos, das sich darin türmt. Unser neues Schlafzimmer wird uns wohl nicht für immer bleiben und ein Zurückschleppen ist unvermeidlich. Ich behalte diese Gedanken lieber vorerst für mich. Ich möchte meinem Freund nicht auch noch den Abend verderben. Morgen ist ja auch noch ein Tag. 😉

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