Mit Pantone oder ohne? Welche Farbe passt zu mir?

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Damals nur für den Kunstunterricht und zu Teenie-Zeiten als Klamotten-Kombi-Radar genutzt, ist die Farbenlehre heute die Seele unserer Wohnung. Geschickt eingesetzt erzeugen Farbnuancen Stimmung, zeigen Charakter und laden zum Entspannen ein. Doch: Eine Wandfarbe lässt sich nicht so leicht abstreifen, wie die gestern noch geliebte, pinke Hose. Nun gehöre ich gewissermaßen zur Sturmtruppe der ungeplanten Baumarkt-Invasion und bin die erste, die eine Wandfarbe, wie das neueste Trend-Blüschen shoppt. Bester Beweis ist unsere goldene Wand, die noch immer cool, aber Dorn im Auge ist. Da bietet es sich wohl an, doch einmal etwas tiefer in die die Materie einzutauchen und sich farblich einen Überblick zu verschaffen. Willkommen zur kleinen Farblehre „Mit Pantone oder ohne – welche Farbe passt zu mir.“ (Und zu meinem Lieblingssofa.) Achtung: Jetzt wird es theoretisch!

Back to Basic – die subtraktive Farbmischung

Wer im Kunstunterricht damals die Lauscher aufgesperrt hat, weiß genau, der Schweizer Künstler Johannes Itten (1888 – 1967) war eine Koryphäe in Sachen Farblehre. Ihm haben wir die Entwicklung des allseits bekannten Farbkreises zu verdanken. Dieser basiert auf der substraktiven Mischung der 3 Grundfarben (Primärfarben) Gelb, Magenta und Cyan, aus denen weitere Farben angemischt werden können. Was uns zu den Sekundärfarben (wie Grün, Lila und Orange) und Tertiärfarben (wie Gelb-Orange, Blau-Grün und Rot-Orange) bringt.

Zwischen dem ganzen Bunt sind auch die Farbtemperaturen ganz easy zu erkennen. Alles, was sich zwischen Gelb-Grün und Blau-Lila befindet, zählt zu den kalten Farben. Zwischen Gelb und Violett wird es heiß, denn hier sind die warmen Farben angesiedelt.

Und wem es jetzt noch nicht an Vielfalt reicht: Jede Farbe kann angereichert mit schwarz oder weiß in Millionen verschiedene Farbton-Abstufungen verwandelt werden und gibt uns eine Wust an Möglichkeiten. Und gern mal eine minimale Überforderung.

Die Farbfamilien

Brauche ich eine Veränderung und ist alles mal wieder langweilig geworden, heißt es: „Rolle in die Hand und ran an die Wand!“. Schnell gestrichen, taucht sie das Zimmer flux in ein völlig neues Ambiente. Eine sanfte Atmosphäre, die leicht und fluffig wirkt, kreiert man am besten mit Pastellfarben, während einen die Regenbogenfarben auf eine Wolke 7 der Lebendigkeit katapultieren. Wenn ihr mehr die Geborgenheit sucht und eure Wohnung zur Kuschel-Höhle machen wollt, empfehlen sich Schattenfarben oder auch Unfarben, wie schwarz und weiß. Die erzeugen nämlich Ruhe und passen eigentlich immer.

Weiß der Allrounder

Frisch durch die durch Farbmischung und -familien gekämpft, heißt es: „Was will ich denn genau?“ Will ich lieber auf der sicheren Seite stehen, ist weiß immer DIE Lösung. Es ist der Dauerbrenner dessen Feuer wohl nie erlöschen wird. Kombiniert mit gleichfarbigen, gläsernen oder hellen Möbeln ist weiß ein Garant für edles, cleanes Interior. Mit schwarzen Möbeln kombiniert, kommt die Mutter des Kontrasts ins Spiel und zaubert eine moderne Eleganz ins Heim. Gehört man zur Fraktion „Nicht Fisch, nicht Fleisch. Nicht schwarz, nicht weiß.“, dann baut man am besten auf farbliche Akzente, die den Look auflockern. Oder man arbeitet mit warmen Holz- bzw. Naturmaterialien gegen steril wirkende Einrichtungen an. Definitiv meine Taktik.

Farbwirkungen

Wer hätte gedacht, dass Farben das Zuhause so beeinflussen? Meist intuitiv entschieden, mixe ich in unserem Heim Farben und Formen wild durcheinander und hoffe das Beste. Dabei bin ich nicht nur Verfechter von Kerzenlicht für ein kuschliges und beruhigendes Ambiente, sondern auch dunkle Farben lassen unseren Ruhepuls aufatmen. Helle Farben dagegen wirken anregend und aktivierend. Irgendwie logisch. Ich denke, deshalb haben wir nur eine dunkle, aber drei helle Wände im Schlafzimmer. Da hat wohl das Verantwortungsbewusstsein aus uns gesprochen…

Warme Farben für eine gemütliche Atmosphäre

Wollt ihr gemütlich abhängen, nutzt warme Farben. In der Range von Rot über Orange bis Gelb, gibt es eine gigantische Auswahl. Fun fact: Räume, die in warmen Farben gehalten sind, werden immer einige Temperaturgrade höher geschätzt. Wer also Heizkosten sparen will und so… Einbildung ist schließlich die billigste Bildung.

Kalte Farben für den Frische-Kick

Solltet ihr eine erfrischende Erlösung in eurer südspanischen Finka suchen, sind kühles Hellblau oder revitalisierende Minze eure Retter. Sie sind kalte Farben und wirken generell entspannend, doch vor allem erfrischend. Besonders optimale sind sie in Räumen mit viel Sonneneinstrahlung.

Wer jetzt noch verwirrter ist als vorher, der lasse sich sagen, mir geht es da ähnlich. So viele Infos, so viel Theorie und noch nicht mal ansatzweise alles zur Farbenlehre abgegrast. Und trotzdem ist es fantastisch, einmal hinter die Kulissen der eigenen Intuition zu schauen und seinen Geschmack zu analysieren. Ob ich jetzt organisierter in den Baumarkt renne, oder mein spontaner Charakter am Ende das Rennen macht, bleibt abzuwarten. Letztlich gilt jedoch immer: dekoriert, wie ihr möchtet und streicht, wie euch die Nase gewachsen ist.

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