Die 2 wirksamsten Handgepäck-Tricks

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Die nächste Reise steht an und ich schwelge in Erinnerungen an Flughafen-Handgepäck-Episoden von damals. Ich denke an die Momente zurück, in denen mein studentisches Ich genau weiß: Fliege ich mit der orangefarbenen Airline, kommt es auf das Gewicht meines Kabinenkoffers an, reise ich blau-gelb, auf dessen Größe. Es gilt, alles Hab und Gut so zu verstauen, dass weder der Check-In, noch der Einstieg in den Flieger an der Diskrepanz zwischen dem Gewicht meines Übergepäcks und dem meiner Geldbörse scheitern. Lest nun die 2 einfachen Handgepäck-Tricks. Eine empirische Studie.

Die zwei Pläne

Die Erfahrung sagt: am Flughafen durch den Security-Check gelotst, begegnet man erst am Gate dem eigentlichen Endgegner. Auf 5cm Blockabsatz, mit geschlitztem Rock und keckem Hütchen, schleicht er sich üblicherweise durch die Menschenreihen, auf der Jagd nach Extra-Moneten. Nicht selten hört man dabei die Rufe „Ihr Gepäck ist zu groß! Es ist nur eine Tasche erlaubt! Packen Sie ihren Koffer doch mal auf die Waage.“ Jetzt ist der Plan: Unauffällig sein und bloß nicht auffallen; freundlich in die Augen, oder wahlweise auf den Boden, schauen. Zähne zusammen beißen und sich nichts anmerken lassen. Vor allem nicht, dass die Schultern bereits abgestorben sind, weil der Rucksack die 10kg Maximalgewicht, der Airline für Kabinengepäck, um schlappe 12kg überschreitet. Denn hier ist eine oscarreife Darbietung der Schlüssel, um die allseits gefürchtete Gepäckwaage zu umgehen und die orangefarbene Blechbüchse erfolgreich zu betreten.

Fliege ich jedoch blau-gelb und irisch und ich muss meinen Rucksack beim Gate in ein winziges Testgitter zwängen, tritt automatisch Plan B in Kraft. Dieser beinhaltet die klare Vorgehensweise, sich auf dem Weg zum Gate bereits die Klamotten von knapp zwei Wochen Spanienurlaub über den Körper zu zwängen. Am Schluss Jacke drüber, Kleinkram in deren Taschen stopfen und wahlweise sonstige Mitbringsel per Gürtel an den Körper binden. Einmal so durch den Flughafen marschiert und man weiß, was es heißt, ein Trendsetter zu sein. Oder ein Ausgestoßener.

vollgepackter Rucksack am Fenster

Die Risiken

Doch Plan B ist nicht ungefährlich. Er führt mich damals zu meiner beinahe Nahtod-Erfahrung am Flughafen Barcelona. Ich stehe in der Einstiegs-Schlange, für jegliche Wetterlage ausgestattet (nach 2 Wochen regnerischem Sommer in England und 4 Wochen Waldbrandgefahr in Spanien), ready für die Heimat. Man stelle sich meine Michelin-Silhouette vor, bei 42 Grad angezogen wie für eine hippiesque Polarexpedition. Nun, Hitze in Kombination mit der spanisch-katalanischen „Mañana, mañana-Mentalität“, ist in diesem Fall fatal und einzig der Gedanke an die ewig zu kalte Klimaanlage des Flugzeugs, hält mich damals am Leben.

Das Extraequipment

Dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen, marschiere ich seinerzeit mit letzter Kraft, doch durchaus souverän, zur letzten Kontrollbastion. Das kecke Hütchen kontrolliert meinen Ausweis und lässt mich passieren. Aufatmen. Aus den Augen aus dem Sinn, findet auf dem Weg zum Flieger die Rücktransformation vom Weirdo zum Durchschnittsbürger von statten. Zuerst wird, unter der Jacke, der Gürtel mit den Weihnachtsgeschenken für die 4 Generationen Familienmitgliedern von meinen Hüften gelöst. Alles wird sorgfältig in den vorsorglich mitgebrachten Jutebeuteln verstaut. Nach und nach verschwinden dort auch Jacke, Pulli, Pulli Nummer 2, Sweater, Cardigan, Maxikleid, Strandhängerchen, und zwei Shirts, sowie eine Schlabberhose.

Frau im Lagenlook mit vollgepackten Rucksack, gekrümmt vom Gewicht

Cabin Crew ready for departure

Ich betrete den Flieger als neuer Mensch. Nicht nur optisch, sondern auch mit einem Schweißproblem weniger und 2 gefüllten Beuteln mehr. Durch den Mittelgang gezwängt, stopfe ich alles in die Gepäckablage und dann heißt es nur noch: „Cabin crew ready for departure.“

*Anmerkung: Wem es für Plan A an schauspielerischem Talent und für Plan B möglicherweise an Schweißdrüsen fehlt, kann beide Methoden natürlich auch Kombinieren. Oder aber einfach Zuhause bleiben und auf Instagram verreisen. 🙂

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