Der Endgegner Tapete

Dieser Beitrag enthält Werbung. I

Ich denke ja immer: „Gib´ mir ein Jahr in dieser Wohnung und danach kann ich auf jedem Bau arbeiten.“ Was ich allerdings ebenfalls denke: „Gib´ mir Tapete und ich geb´ mir die Kugel!“ Doch, wie es in so einer Wohnung nun einmal ist, es gibt nur 4 Zimmer mit jeweils 4 Wänden. Jede von ihnen brillierte bereits in zig verschiedenen Farben, wurde Schicht über Schicht bestrichen, die Raufaser ist mittlerweile strukturlos und die Tapete kurz vor dem Abwinken. Nun ja, dann ist er eben plötzlich gekommen. Der Moment, da man sich seinem Schicksal fügen muss. Der alles entscheidende Augenblick, in dem man ihm gegenüber steht: dem Endgegner Tapete.

Gib´ mir Tapete und ich geb´ mir die Kugel!

Die Auswahl an schönen Tapeten ist groß, und die perfekte ist leicht gefunden. Schick und Vintage und in meiner Lieblingsfarbe muss sie sein; bei 4MURS hat sie auf mich gewartet. Die Wand ausgemessen und meine NUNCA JUNGLE Vliestapete, nebst Equipment, bestellt, schlage ich mir nun die Nächte um die Ohren und ziehe mir jedes auffindbare YouTube Tapezier-Glanzstück bis zum bitteren Ende rein. Bin ja vorbildlich. Doch vor allem hab ich die Hosen mächtig voll.

Tipp: Willst Du auf Nummer Sicher gehen, besteche Deine Freunde mit kulinarischen Köstlichkeiten und lade sie zum Tapezieren ein. Hab ich auch so gemacht. Und es ging fantastisch! (Vielen Dank Kostja fürs Modeln und Essen 😉 )

Um Dir das bunte Video-Potpourri zu ersparen, gibt es hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Vliestapeten. Und hier gibt es auch ein kleines Video dazu.

Die Ausstattung:

Du brauchst natürlich die richtige Menge Vliestapete, Kleister für dieselbige und einen Eimer. Dazu eine Kleisterrolle und -bürste, Schwamm, sowie einen Tapezierspachtel. Dinge, wie Wasserwaage, Bleistift, Lineal, Maßband und Schere brauchst Du natürlich auch. Es sei denn Du magst es Freestyle. Dann geht’s auch ohne. 😉

Level 1: Wand vorbereiten

Noch den Horror der letzten Tapeten-Entfernung in der Küche im Kopf, mache ich mich schlotternd ans Werk. Dazu besprühe ich die Wand, Bahn für Bahn, mit reichlich warmen Wasser. Wer ganz professionell ist, hat eine Stachelwalze zuhause und rollert damit vor dem Besprühen kleine Löcher in die Tapete, damit das Wasser auch dahinter einwirken kann. Alle Amateure machen es wie ich: ohne und mit Hoffen und Beten.

Lass das Wasser gut 5-10 Minuten einwirken und schneide in der Zwischenzeit am oberen Rand mit dem Cutter und Lineal schonmal die Tapete lose. Bist Du bereit für Magic? Wenn Du Glück hast, kannst Du nun die Tapete von oben mit einem Mal abziehen. Wenn das nicht funktioniert, machst Du es wie ein Muggel, bzw. wie ich: Schnapp Dir einen Spachtel und entferne die Tapete stückchenweise. Ist die Tapete ab, hast Du das Schlimmste schon geschafft. Wisch mit einem Lappen nochmal drüber. Sollten noch Rückstande der Tapete an der Wand verbleiben, musst Du eventuell nochmal pulen oder mit Sandpapier oder ähnlichem drüber schleifen.

Level 2: Der Kleister, der alles zusammen hält

Hier gibts nicht viel zu sagen, außer, dass es wichtig ist, hier den für die Tapete geeigneten zu nehmen. In meinem Fall, ist das Kleister für Vliestapete. Den mit lauwarmen Wasser anrühren und los gehts!

Level 3: Tapezieren

Wichtig ist, sich vorerst eine Orientierung zu schaffen, damit das Ganze auch gerade wird. Mit Wasserwaage und Bleistift kannst Du Dir einen leichten Strich in ca 50cm Abstand von einer anderen Wand vertikal aufzeichnen. An diesem Strich entlang, kannst Du Deine erste Tapetenbahn dann anbringen.

Schnapp Dir Deine Kleisterrolle und Kleister und trage den Leim großzügig auf die Wand auf. Am besten in der Breite einer Tapetenbahn. Diese schnappst Du Dir dann und legst sie sofort an. Am besten so, dass Du oben noch einen leichten Überstand für den finalen Zuschnitt hast. Achte darauf, dass das Muster, solltest Du eines haben, in die richtige Richtung steht.

Ist die Bahn nicht richtig angelegt; kein Problem, sie lässt sich leicht nochmal abziehen und dann erneut auflegen. Nutze nun Deinen Spachtel und wische, von der Mitte aus, die Luftblasen, sowie den überschüssigen Kleister nach außen raus und die Tapete fest an die Wand.

Jetzt nur noch das Lineal unten anlegen und die Tapete sauber mit dem Cutter abschneiden. Am oberen Rand machst Du das gleiche.

Jetzt wiederholst Du alles mit der zweiten Tapetenbahn. Achte beim Anlegen aber darauf, dass das Muster weitergeht, solltest Du eines haben, aber vor allem darauf, dass es bei den Tapeten keine Überlappung oder Zwischenräume gibt. Leg sie ganz genau auf Stoß aneinander an.

Problemkind Steckdose

Wenn Du, wie ich, mit dem Problem „Steckdose“ an Deiner Wand konfrontiert wirst, keine Panik! Stell den Strom ab, schraub die Steckdosenverkleidung ab und leg die Tapete drüber. Schneide die Tapete auf Höhe der Steckdose ein und entferne Tapetenreste. Dann die Steckdosenverkleidung wieder drauf und voila!

Next Level

Jahrelang habe ich in dem Glauben gelebt, Tapezieren wäre die hohe Kunst des Renovieren. Ist es irgendwie auch. Und trotzdem, oder gerade deshalb, bin ich so besonders glücklich, dass ich es nun selbst gemeistert habe.

Mit vor Stolz geschwollener Brust luschere ich jetzt alle paar Stunden in das Gästezimmer und gehe wie zufällig an meiner neuen Wand vorbei. „Schick, schick!“, lobe ich und betatsche sie mit einem dämlichen Grinsen. „Schade eigentlich, dass ich das Gästezimmer tapeziert habe und nicht unser Schlafgemach.“

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit 4MURS entstanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.